Warum?

Vertretung der studentischen Interessen

Wir sind eine Liste von Fachschaftsaktiven der unterschiedlichsten Fachrichtungen der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (MIN). Um die Anliegen aller Studierenden vertreten zu können, stehen wir im Kontakt mit den Fachschaftsräten und kümmern uns darum, Studierende aus allen Fachbereichen in unsere Arbeit einzubeziehen.
Seit mehreren Jahren setzen wir uns als Gruppe aktiver Studierender auf allen Ebenen der Fakultät für deine Interessen ein. Wir handeln dabei unabhängig von den politischen Zielen von Organisationen, Listen oder Parteien. Es geht uns einzig um die Verbesserung der Studienbedingungen und die Vertretung deiner Interessen innerhalb unserer Fakultät. Wir würden uns freuen mit deiner Unterstützung unsere erfolgreiche Arbeit fortzusetzen.

Studienbedingungen und Selbstbestimmung

Als erste Fakultät an der Universität Hamburg haben wir an der MIN-Fakultät die Fristenregelung zum Wintersemester 2012/13 in der Prüfungsordnung abgeschafft. Das ist der erste große Schritt, um das Studium wieder freier gestalten zu können, jedoch lange nicht der letzte. Es gibt im Bezug auf eine Reform des Bachelor-Master-Systems noch zu viele Unzulänglichkeiten. Wir versuchen weitere Impulse in die Fakultät zu tragen und uns für weitergehende Verbesserungen einzusetzen, wie zum Beispiel die beim letzten MIN-Dies diskutierten Themen „Bielefelder Modell“ (u.a. unendlich viele Prüfungsversuche mit Kennzeichnung auf dem Zeugnis) und fachnaher Wahlbereich.

Einen Schwerpunkt wollen wir vor allem auf selbstbestimmtes Studieren setzen. Im Bachelor Informatik oder Mathematik wurde das selbstbestimmte Studieren dadurch gestärkt, dass nach den Pflichtmodulen in den ersten Semestern nur Wahlpflicht- und Wahlmodule vorgesehen sind. Die Ausweitung des Wahlpflichtbereiches und eine konstruktiv kritische Auseinandersetzung mit bestehenden fachspezifischen Bestimmungen sind uns wichtige Anliegen. In diesem Zusammenhang setzen wir uns dafür ein, dass Module des freien Wahlbereiches nicht in die Endnote eingehen. Zudem sollen alle Module der Universitäten in Hamburg im freien Wahlbereich verfügbar und wählbar sein, sodass Studierende uneingeschränkt ihren Interessen nachgehen können.

Anwesenheitspflicht

Die Anwesenheitspflicht in Lehrveranstaltungen ist seit 2012 in der MIN-Fakultät abgeschafft. Ausnahmen soll es nur in begründeten Fällen geben. In der Realität sieht es jedoch oft anders aus: fast in allen Seminaren und Übungen besteht weiterhin Anwesenheitspflicht. Wir wollen uns dafür einsetzen, neue Konzepte und Ideen zu finden, mit denen zur aktiven Teilnahme an der Lehre motiviert werden kann, ohne dass die physische Anwesenheit zu jedem Termin überprüft werden muss. Vor allem für Studierende mit Kind und/oder Beruf würde dies eine erhebliche Entspannung des Studienalltags bedeuten.

Rahmenprüfungsordnung

Der Akademische Senat kann eine Rahmenprüfungsordnung erlassen, welche Richtlinien und Verpflichtungen für die Prüfungsordnungen der Fakultäten vorsehen kann. Wir haben uns in der Vergangenheit an der Diskussion und dem Prozess um die Rahmenprüfungsordnung aktiv beteiligt und wollen auch weiterhin bei ihrer Entwicklung die Interessen der Studierenden vertreten.

Übergang Bachelor-Master

Das Bachelor-Master-System ist und bleibt immer noch ein aktuelles Thema. Nach wie vor beschäftigen wir uns mit dessen Reform sowie der Verfügbarkeit von Masterplätzen. Bei der so genannten „Reform der Reform“ haben wir die Beseitigung von Ungereimtheiten und unnötigen Reglementierungen durchgesetzt. Inzwischen sind auch die Studiengangsfristen (Referenzsemester) abgeschafft. Wir werden uns auch weiterhin für die Verbesserung und Entschlackung von Studienordnungen einsetzen. Enge Zeitfristen und strenge Vorschriften stehen im Widerspruch zu einem selbstbestimmten Studium sowie der Möglichkeit zur freien Entfaltung.
Wir fordern, dass jedem Studierenden nach dem Bachelor der Weg zum Master offen steht. Im Hochschulpakt ist dies pro forma festgeschrieben, doch wir wollen uns dafür einsetzen, dass diese Forderung auch Realität wird, ohne an anderer Stelle zu sparen.
Der Übergang muss flexibel gestaltet sein, sodass keine Zwangspausen entstehen, welche häufig dazu führen, dass die betroffenen Studierenden ihren Studentenstatus verlieren. Dazu muss die Möglichkeit gegeben sein, während des Bachelorstudiums Module aus dem Master belegen zu können. Zudem ist bis jetzt der Beginn des Masterstudiums nicht in allen Studiengängen in der MIN Fakultät zum Sommersemester möglich.

Kürzungen

Im Herbst 2012 wurde der so genannte „Hochschulpakt“ zwischen der Universität und dem Senat der Stadt Hamburg geschlossen, welcher eine Zunahme der Studienplätze vorsieht und gleichzeitig die Finanzierung der Hochschule für die kommenden Jahre sichern soll. De facto ist es eine Kürzung, da der Universitätsetat nur einen Zuwachs von 0,88% pro Jahr bekommt. Gleichzeitig gibt es Kostensteigerungen durch Lohnentwicklungen von etwa zwei bis drei Prozent pro Jahr.
Diese Kürzungen sind inzwischen spürbar in den Fakultäten angekommen, die ersten Verteilungskämpfe haben begonnen. In dieser Situation ist es schwierig, wenn nicht unmöglich, eine angemessene Verteilung der Mittel innerhalb der Universität zu bewerkstelligen. Darin liegt die Gefahr, dass die Universität sich in Verteilungskämpfen verliert, anstatt geschlossen nach außen für eine Ausfinanzierung einzutreten. Wir fordern, dass die Mittel in unserer Universität gerecht und solidarisch verteilt werden, und dass die Funktionalität aller Fachbereiche erhalten bleiben muss. Es ist jedoch genauso wichtig die Forderung nach Ausfinanzierung weiterhin nach außen zu tragen. Die Kürzungen wurden zum Teil durch (stark zweckgebundene) Bundesgelder (insb. Mittel des Hochschulpaktes) abgefedert, diese sind jedoch bisher keine dauerhafte Lösung.

Open Access

Open Access ist ein wichtiges Thema an Universitäten, wirkliche Fortschritte sind jedoch selten und vielen Studierenden ist das Thema auch nicht geläufig. Der Kernpunkt der Forderung nach Open Access ist, dass Informationen frei verfügbar sind – was sich auf mehreren Ebenen manifestiert. Wissenschaftliche Ergebnisse werden hinter Bezahlschranken in Journals veröffentlicht, obwohl sie bereits vom deutschen Steuerzahler durch die Forschung im Rahmen des universitären Wissenschaftsbetriebs bezahlt wurden. Speziell vor dem Hintergrund der Kürzungen ist die Universität nicht mehr in der Lage, sich Abonnements für alle Journals zu leisten. Journals, die unter Open Access – Bedingungen veröffentlichen, sind vorhanden, leiden aber noch an mangelnder Popularität und Reputation. Dies alles ist aus einem gesellschaftlichen Standpunkt heraus nicht hinnehmbar. Man sollte sich zudem bewusst sein, dass die „Offenheit des Zugangs zu Bildung und Wissenschaft“ eines der sechs Globalziele der Universität ist.
Wir wollen Aufklärungsarbeit leisten, sodass die Publikation unter Open Access bekannter wird. Wir wollen dafür sorgen, dass die Fakultät sich Open Access als erklärtes langfristiges Ziel setzt und gemeinsam Wege entwickeln, wie man dieses Ziel erreichen kann.
Diese Forderung erstreckt sich jedoch nicht nur auf die Paperpublikation. Die Lehrenden sollten angehalten werden, ihre Lehr- und Lernmaterialien auch frei verfügbar zu machen, um die Informationen auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Neue Medien – eLearning

Zur Verbesserung der Studienbedingungen gehört mittlerweile auch unweigerlich eine Verbesserung des eLearning-Angebots. Zudem gibt es viele Studierende, denen es nicht möglich ist zu allen Vorlesungen zu erscheinen, beispielsweise Studierende mit Kind oder körperlich Beeinträchtigte.
Trotzdem ist es nicht der Regelfall, dass tatsächlich eine Vorlesung mit dem Programm Lecture2go aufgezeichnet wird. Vereinzelt nehmen Lehrende die Möglichkeit auch wahr, es ist leider noch viel zu selten.
Durch Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit wollen wir uns dafür einsetzen, dass die Aufnahmen mindestens universitätsöffentlich sind und im besten Fall auch zum Download zur Verfügung stehen.
Aber auch andere Möglichkeiten im Bereich eLearning sollen und müssen genutzt werden, wie ausleihbare eBook Reader in den Bibliotheken.

Beteiligung

Die studentische Beteiligung an Prozessen in der Fakultät und vor allem in den einzelnen Fachbereichen ist unabdingbar für eine gute Entwicklung von Studium, Lehre und Forschung.
Wir setzen uns dafür ein, dass es offizielle Gremien mit Beteiligung aller Gruppen auch unterhalb der Fakultätsebene in den Fachbereichen gibt. Nur wenn in Gremien viele verschiedene Gruppen sitzen, können Probleme erkannt, bearbeitet und gelöst werden.
Der Fakultätsrat hat im letzten Jahr eine Fakultätssatzung unter starker Beteiligung der Studierenden verabschiedet. Auf Ebene der Fachbereiche wird es wieder gewählte Fachbereichsräte geben. Die Wahlen finden jetzt zum ersten Mal gleichzeitig mit dem Fakultätsrat statt. Nach mehr als zehn Jahren gibt es wieder eine gewählte Gremienvertretung auf Ebene der Fachbereiche. Dies ist ein Fortschritt. Bei einer zukünftigen Änderung des Hochschulrechts muss es eine weitere Stärkung der Rechte/Kompetenzen für die Fachbereichsräte geben.

Vernetzung der Studierenden

Eine gute Vernetzung der Studierenden untereinander ist unerlässlich für gemeinsame, produktive Arbeit.
Wir wollen den Informationsaustausch unter den Studierenden fördern und dafür einen engeren Kontakt zu den einzelnen FSRen suchen, damit klarer wird, was in einzelnen Fachbereichen gebraucht wird. Deshalb versuchen wir, in unserer Liste Studierende verschiedener Fachbereiche zu vereinen und so allen Gehör zu verschaffen.

Evaluation

Eine regelmäßig durchgeführte Lehrevaluation in allen Lehrveranstaltungen ist für uns ein notwendiges Mittel, um die Qualität des Lehrangebotes an unserer Fakultät zu verbessern. Damit Evaluation keine Formalität bleibt, muss in den Fachbereichen in einem konstruktiven Dialog zwischen Studierenden und Lehrenden diskutiert werden, wie hervorragende Lehre honoriert wird, aber auch wie auf sich wiederholende, ungenügende Bewertungen reagiert werden kann. Durch diesen Dialog und ein transparentes Verfahren soll die Lehrqualität langfristig und nachhaltig verbessert werden. In jedem Fall müssen Studierende bei der Evaluation beteiligt werden, z.B. bei der Erstellung der Fragebögen und der Durchführung.